Überblick & Diagnose

KUMA-PRAXIS

Hyperaktivität
Die Abkürzung ADHS
steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitäts-Störung
oder für Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitäts-Syndrom.
Es wird gemäß seiner Kernsymptomatik zunächst in drei Erscheinungsformen unterschieden:
  • Hyperaktivität
  • Unaufmerksamkeit bzw. Hypoaktivität
  • Impulsivität.

Diese Hauptformen können auch in gemischter Form auftreten.
Es hat sich durchgesetzt, drei Subtypen zu unterscheiden:
1. einen kombinierten Typ,
bei dem alle drei Erscheinungsformen vorkommen.
2. einen vorwiegend unaufmerksamen Typ,
bei dem Symptome von Unaufmerksamkeit auftreten, Kriterien für Impulsivität und Hyperaktivität aber nicht voll erfüllt sind.
3. einen vorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typ,
bei dem Kriterien für Unaufmerksamkeit nicht voll erfüllt sind.

Gemeinsamkeiten der Haupt- und Subtypen:
Das individuelle Verhalten so zu steuern, dass es sich im Hier-und-Jetzt einer gegebenen Situation orientieren kann, und die Fähigkeit, das Verhalten direkt in einer Situation zu überdenken, sind blockiert. Dabei geht es um den richtigen Abstand zu Personen und Dingen, also um Selbstkontrolle. Ohne dieses Ausloten der angemessenen und angenehmen Distanz kommt es zu Interaktionsproblemen. Dies wiederum kann auf die Dauer das Selbstwertgefühl schwächen. Das richtige Maß zu finden, betrifft auch den Umgang mit Dingen und Tätigkeiten, wie z.B. das Planen und Organisieren von Arbeitsabläufen, flexibel von einer Aufgabe zur nächsten zu wechseln oder das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr.

Erst wenn die Symptome für den Betroffenen einen subjektiven Leidensdruck erzeugen, sollte eine diagnostische Abklärung erfolgen. Wichtig für die Diagnosestellung ist, dass die ADHS-typischen Symptome seit der Kindheit bestehen. ADHS tritt nicht plötzlich im Erwachsenenalter auf und bleibt meist eine lebenslange Herausforderung. Die Symptome müssen in unterschiedlichen Lebensbereichen und nicht nur vor besonderen Herausforderungen (z.B. Prüfungen, Bewerbungsgespräche) auftreten. Durch den lebenslangen Versuch, das störende Verhalten auszugleichen, kann es zu Komorbiditäten (Begleitstörungen) kommen.
Eine sorgfältige diagnostische Abklärung kann hier bei der Abgrenzung helfen. In einigen Kliniken gibt es inzwischen spezielle Fachambulanzen für ADHS.